Flug am Schloss Schönhausen in Pankow

Schloss Schönhausen gehört zu den wenigen Schlossbauten Berlins, die den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden haben. 1740 schenkte Friedrich II. (der Große) das Anwesen seiner Gemahlin Elisabeth Christine, die es bis zu ihrem Tode 1797 bewohnte.

Herausragend sind die in weiten Teilen noch vorhandenen Raumausstattungen des späten 17. und des 18. Jahrhunderts, darunter ein prachtvoller stuckierter Festsaal und das über drei Stockwerke reichende doppelläufige Treppenhaus. Das u.a. von Nering, Eosander und Boumann d.Ä. gestaltete Schloss ist trotz späterer baulicher Eingriffe noch heute ein bedeutendes Zeugnis friderizianisch-barocker Architektur.

Ebenso denkwürdig ist der Ort für seine bewegte Geschichte: Kurfürst Friedrich III. bereitete hier seine Erhebung zum ersten preußischen König Friedrich I. im Jahre 1701 strategisch vor. Als eines von zwei Berliner Depots für so genannte „Entartete Kunst“ wurde das Bauwerk im Nationalsozialismus genutzt. In der Nachkriegszeit diente das Schloss zunächst als Sitz des Präsidenten der DDR, später als Gästehaus. Die Tagungen des Zentralen Runden Tisches und schließlich das Außenministertreffen der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“ 1990 verbanden den Ort eng mit der jüngsten Geschichte Deutschlands.

Nach der umfassenden Sanierung ist das Schloss Schönhausen seit dem 19. Dezember 2009 für den regulären Besucherverkehr geöffnet.

Text Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

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