Baubericht der Indoor Polizei AR.Drone von der Deutschen Breakdance Meisterschaft 2013

Heute ist ein besonderer Tag! Denn heute möchte ich euch einen Baubericht von der Polizeidrohne präsentieren, mit der ich am 07.09.2013 in Münster bei der Deutschen Breakdance Meisterschaft, beim Battle of the Year Germany 2013 im Team der B-Town AllStars mitgeflogen bin.

Als erstes habe ich mich dazu entschlossen, den Strukturkörper der AR.Drone 2.0 zu modifizieren. Daher habe ich die vier Motoreinheiten der Drohne demontiert, die LEDs auf der Platine mit Masking Tape abgeklebt und mit Gelben Flüssiggummi von PlastiDip bestrichen + noch einen weiteren Motor als Ersatz angebaut. Der Effekt sollte nicht nur eine bessere Sichtbarkeit der Drohne hervorrufen, sondern sollte die Drohne auch gegen Schäden an den Motorplatinen Schützen. Ich will damit verhindern, das Bauteile im Falle eines Unfalls abreißen oder sich jemand an der Platine verletzt, da diese leicht Scharfkantig ist. Der mögliche Nebeneffekt ist, dass offene Kontaktstellen nun abgedeckt sind und somit keinen Kurzschluss verursachen können und das eventuell äußere Störsignale es schwerer haben die Elektrischen Signale zu verschmutzen.

Die Verarbeitung vom Flüssiggummi klappt mit etwas Übung, da die Konsistenz doch etwas irreführend ist, hervorragend. So dass ich Glaube, dass ich meine Sportdrohne im Winter mit durchsichtigem Gummi beschichten werde. Ich empfehle mindestens 12h zu warten, bevor die Motoren an den Strom angeschlossen werden. Auch das Freilegen der LEDs und des Motors an sich hat mit einem Skalpell einwandfrei geklappt und auch der Einbau klappte mit etwas Fummeln und vorsichtigem Drücken gut.

Ausserdem wurde die Bodenplatte abgebaut und gegen eine durchsichtige Bodenplatte von Droneparts ersetzt. Ich habe mich deswegen für diese entschieden, weil diese Stabiler ist als die Originale aber leichter als die Carbon Bodenplatte, bei fast gleicher Belastungsmöglichkeit. Zusätzlich habe ich die Halterung der Bodenkamera und die Flachbandkabel unter anderem an der Hauptplatine mit etwas Silikon Fixiert, weil dieses sich doch etwas leichter Lösen lässt als das Flüssiggummi.

Selbstverständlich wurden die Propeller mit der Sektglas Methode gewuchtet aber auch nur, weil ich bisher noch keine Ordentliche Propeller Waage zur Verfügung habe und Stahl Kugellager sind ja quasi eine Selbstverständlichkeit, wie auch XT-60 Buchsen beim Akku Anschluss. Danke an dieser stelle an User Nigristriata für seinen Forum Post über deren korrekten Umbau. Auf den Propellern + zwei als Ersatz, habe ich mit Roter Tamiya Farbe (Ferrari Rot) zwei Sichtmarkierungen Lackiert. Nicht aus Optischen gründen, sondern damit das Team bei der Lauten Musik sieht, ob diese in Betrieb sind oder nicht. Weil es einige Tanzszenen gibt, an denen sich die Drohne an den Boden presst aber weiterhin im Betrieb ist. Leider hat die Farbe nicht auf den Brushless Propellern gehalten. Eigentlich dachte ich, das die Propeller Oberfläche dafür geeignet wäre aber so muss ich wohl doch die Fläche beim nächsten mal noch etwas vorbehandeln. Eventuell mit etwas anschleifen und Grundierung.

Bei meiner Sportdrohne ist die Kamera um etwa 10° nach unten geneigt. Bei der Polizei Drohne habe ich auf diesen Kamerawinkel bewusst verzichtet. Da ich gerne für dieses Tanz-Event eine grade Kamera Perspektive habe wollte. Zwar stand eine Videoaufzeichnung nicht im Fokus aber wenn es die Drohne ohnehin kann… Erforderlich sind auch Landekappen da an drei Stellen die Parrot AR.Drone 2.0 sehr hart aufsetzt und an einer stelle sogar aus etwa 50 – 80cm Höhe eine Notabschaltung erfolgt, damit der Show Effekt auch entsprechend rüber kommt.

Mein nächster Schritt war die Indoor Hülle zu bearbeiten.

Dazu habe ich am Heck der AR.Drone 2.0 zwei Löcher mit einem langen und erwärmten Schraubendreher hineingedrückt und noch zwei weitere direkt am Gehäuse Rand. Ebenfalls erwärmt, habe ich mit einem Messer eine Aussparung am Gehäusekopf angefertigt sowie drei Kabelschlitze heraus geschmolzen.

Dann die ebenfalls in Gummiflüssigkeit getränkte Steuerungsplatine für die hinteren LED’s eingesetzt und festgestellt das die Kabel wirklich nicht kürzer hätten sein dürfen und dann die LED Frontbeleuchtung angeklebt. Um die beiden LED Lauflichter und die vier hinteren und Blinkenden LEDs über ein Akku Steuern zu können, kam ein dreifach Verteiler mit JST-XH Stecker und Buchsen zum Einsatz, der es ermöglicht, das ganze über den Balancer Anschluss vom Tuning Akku zu betreiben. Jedoch gibt es einen Nachteil bei der gesamten Bauweise, für einen GPS Flight Recorder u./o. einen LiPo Beeper ist kein Platz mehr im Gehäuse. Nach dem alles mit Heisskleber und Gaffa Tape Fixiert worden ist. Konnte ich damit beginnen, die Drohnen Hülle zu Lackieren.

Das Lackieren war relativ einfach, ich hatte mir bei Delfs Design ein paar Aufkleber bestellt, die ich von innen an die AR.Drone Hülle kleben konnte. Schwarze Schrift auf Durchsichtiger Folie, da ein Teil meiner gewünschten großen zu klein waren für ein Transferverfahren der Buchstaben. Im Anschluss habe ich die Hülle erneut von Fett und Staubresten befreit und mit weißer Tamiya Farbe besprüht. Zwar war auch diese Farbe eine Acryl Lack Farbe aber in diesem Fall hat diese besser gehalten als an den Propellern. Zukünftig werde ich wohl nur mit Lexan Farben Lackieren, da diese wesentlich flexibler sind auf beanspruchten Plastik teilen. Doch dies habe ich erst im Nachhinein erfahren.

Fakten

Insgesamt habe ich rund 55 Stunden gebraucht, bis die Drohne Fertig Umgebaut und wieder Betriebsbereit war, einschließlich Blog Artikel Schreiben und Fotos machen. Die Kosten für den Umbau, beliefen sich auf mehr als  180,00 Euro.

  • Leergewicht: 410g
  • Abfluggewicht: 533g
  • Akku: 1500 mAh Droneparts LiPo Akkus
  • Steuerung: Apple iPad Mini
  • Optional: 32GB Mini USB Stick

Danke an das Flying Steps Studio Berlin, B-Town AllStars sowie an Dennis, Paddy, Sebi, und natürlich an meine Händler des Vertrauens Droneparts, PlastiDip, Bauhaus, Airbrush-City, Delfs Design. Dank auch an die Community AR.Drone Forum.

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